Hosting ist die Komponente, die Auftraggeber bei einer Webseite am häufigsten unterschätzen. Es kostet jeden Monat, ohne dass jemand es sieht — und genau deshalb landen viele Selbstständige beim ersten Angebot, das ihnen serviert wurde. Drei Euro, fünf Euro, manchmal als kostenfreier Bonus zur Domain. Das funktioniert auch — bis es das nicht mehr tut.
Was die Preisklassen wirklich unterscheiden, ist nicht die Speichergröße oder die Anzahl der Datenbanken. Es ist die Geschwindigkeit, die Verfügbarkeit, die Kontrolle und der Support, wenn etwas schiefgeht. Drei realistische Klassen, drei Use-Cases.
Klasse 1 — Shared Hosting (5–15 € pro Monat)
Bei Shared Hosting teilen sich hunderte oder tausende Webseiten denselben physischen Server. Das funktioniert, weil die meisten Webseiten zu jedem Zeitpunkt nichts tun — also können viele auf einer Maschine liegen.
Das passt zu:
- Statischen Visitenkarten-Webseiten
- WordPress-Seiten mit niedrigem Traffic (unter 1.000 Besucher pro Tag)
- Beginner-Projekte, bei denen Kosten dominieren
Wo es bricht:
- TTFB-Werte über 800 ms — der Hoster hat zu viele Mit-Mieter (mehr dazu im PageSpeed-Insights-Beitrag)
- Verfügbarkeit unter 99,9 % — wenn ein einziger Mieter spammt, leidet die ganze Maschine
- Kein serverseitiges Caching, keine PHP-Tuning-Möglichkeiten
- Support antwortet im 24-Stunden-Rhythmus, oft per Ticketsystem
Erkennungsmerkmal für Sparhosting: monatlich unter 5 €, „unbegrenzter“ Speicher (technisch unmöglich), 99 % Uptime versprochen — was etwa sieben Stunden Ausfall pro Monat zulässt und in keinem ernsthaften SLA-Standard steht.
Klasse 2 — Managed Hosting (20–50 € pro Monat)
Hier zahlen Sie für Spezialisierung. Statt einer Universalmaschine bekommen Sie einen Provider, der genau auf Ihren Stack optimiert ist — fast immer WordPress, gelegentlich Shopify, statische Sites oder Headless-Setups.
Was Sie konkret bekommen:
- TTFB unter 300 ms (durch eingebautes Caching auf Server-Ebene)
- Tägliche automatische Backups mit 1-Klick-Restore
- Staging-Umgebung — eine Kopie zum Testen, bevor Änderungen live gehen
- Konkrete Spezialisierung — der Support kennt WordPress wirklich
- Plugin-Whitelist, Updates teilautomatisch
- Performance-Monitoring eingebaut, oft mit Alarmen bei Ausfällen
Anbieter, die sich in der Praxis bewährt haben: Kinsta, WP Engine, Raidboxes, Cloudways. 30 € im Monat sind hier kein Premium-Aufschlag, sondern der Mindestwert für brauchbare Qualität.
Das passt zu Geschäftsseiten ab dem Punkt, an dem Ausfälle echtes Geld kosten — Lead-Gen, kleine Shops, Booking-Systeme, Online-Termin-Tools.