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Domain umziehen ohne SEO-Absturz: Die Schritt-für-Schritt-Checkliste

Ein Domainwechsel muss Rankings nicht kosten. Die Checkliste zeigt Redirects, Canonicals, Sitemap und Kontrollen in der richtigen Reihenfolge.

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Ein Beitrag von

Marcel Pötschke

9 Minuten Lesezeit

Eine Domain umziehen ist nicht das Gleiche wie eine Webseite hosten. Sie können den Hoster wechseln und die Domain behalten — das ist normalerweise kein Domainumzug. Wechseln Sie dagegen die Domain, muss Google die Verbindung zwischen alter und neuer Adresse erst verstehen. Ohne saubere Signale riskieren Sie Sichtbarkeit, die über Jahre aufgebaut wurde.

Diese Anleitung beschreibt die Reihenfolge, mit der Sie die wichtigsten Ranking-Signale sauber übertragen und das Risiko eines SEO-Absturzes deutlich reduzieren. Sie gilt für übliche Setups wie WordPress, Wix, Shopify und statische Seiten. Eine Garantie gegen vorübergehende Schwankungen gibt es bei einem Domainwechsel nicht.

Was technisch passiert

Aus Google-Sicht ist eine Domain wie eine Adresse. Wenn ein Geschäft umzieht, bekommt der Nachbar nicht automatisch alle Empfehlungen. Ohne korrekte Weiterleitung sieht Google:

  • Die alte Domain hat plötzlich weniger Inhalt (oder keinen)
  • Die neue Domain ist neu, hat keine Backlinks, keine Ranking-Historie
  • Verbindung zwischen alt und neu: nicht erkennbar

Mit einer permanenten 301-Weiterleitung sagt der alte Server: „Diese Seite ist dauerhaft umgezogen, hier ist die neue Adresse.“ Google kann dieser Spur folgen und die bisherigen Signale der passenden neuen URL zuordnen. Dafür braucht jede wichtige alte URL ein sinnvolles neues Ziel — eine pauschale Umleitung auf die Startseite reicht nicht.

Vorbereitung: vollständige URL-Liste

Bevor Sie irgendetwas umstellen, brauchen Sie eine vollständige Liste aller URLs Ihrer aktuellen Webseite. Tools dafür:

  • Screaming Frog SEO Spider (kostenlose Version: bis 500 URLs)
  • Sitebulb
  • Bei kleinen Seiten: die XML-Sitemap (meist unter /sitemap.xml) reicht

Exportieren Sie die URLs in eine Tabelle. Daneben legen Sie die neuen URLs an. In den meisten Fällen ist das eine 1:1-Zuordnung — alte-domain.de/leistungenneue-domain.de/leistungen. In manchen Fällen (Restrukturierung) kommen mehrere alte URLs auf eine neue, oder umgekehrt.

Technische Umsetzung

Drei Schritte, in dieser Reihenfolge:

  1. Neue Domain einrichtenHosting läuft, SSL-Zertifikat aktiv (HTTPS), Webseite vollständig erreichbar.
  2. 301-Weiterleitungen auf der alten Domain einrichten — meist in der .htaccess, der Konfigurationsdatei eines Apache-Webservers, oder direkt in den Hoster-Einstellungen. Leiten Sie jede wichtige alte URL auf das inhaltlich passende neue Ziel um.
  3. Alte Domain und Weiterleitungen mindestens ein Jahr erreichbar halten. Google empfiehlt, permanente Weiterleitungen so lange wie möglich und in der Regel mindestens ein Jahr aktiv zu lassen. Aus Nutzersicht kann ein dauerhafter Betrieb sinnvoll sein.

Google Search Console — Adressänderung

In der Google Search Console gibt es das Werkzeug „Adressänderung“. Voraussetzungen:

  • Beide Domains sind verifiziert
  • 301-Weiterleitungen sind aktiv und für Googlebot, das automatische Crawling-Programm von Google, erreichbar
  • Beide Domains sind als eigene Property — also als bestätigter Website-Eintrag — hinterlegt

Melden Sie die Adressänderung anschließend in der Search Console. So kann Google den Umzug eindeutig zuordnen.

Auf der neuen Domain:

  • sitemap.xml mit allen neuen URLs aktualisieren
  • robots.txt prüfen — die neue Domain muss crawlbar sein
  • Sitemap beim bestätigten Eintrag der neuen Domain in der Search Console einreichen

Auf der alten Domain: Sitemap kann optional bleiben, sollte aber keine eigenen URLs mehr auflisten — sonst beißt sich die Information.

Interne Links: Wenn auf der Webseite irgendwo „https://alte-domain.de/...“ als absoluter Link steht, sollten Sie das aktualisieren. Hardcoded URLs in Datenbank-Inhalten, in Bildquellen, in Footer-Links. Tools wie WP Migrate DB (für WordPress) machen das automatisiert.

Monitoring nach dem Umzug

Die ersten 8 Wochen sind kritisch. Beobachten Sie:

  • Search Console (alte und neue Property): Crawl-Statistik, Indexierungsbericht und Suchleistung
  • Server-Logs der alten Domain: kommen Googlebot-Anfragen an und werden erfolgreich umgeleitet?
  • Rankings: ein Tracker wie SISTRIX, Ahrefs oder die kostenlose Search-Performance-Statistik der Search Console
  • Ihre wichtigsten Suchbegriffe: Vorübergehende Schwankungen sind während der erneuten Verarbeitung normal

Erwarten Sie vorübergehende Schwankungen. Bleibt die Sichtbarkeit über mehrere Wochen deutlich zurück, prüfen Sie insbesondere temporäre 302-Weiterleitungen, fehlerhafte Zuordnungen und nicht erreichbare Zielseiten.

Häufige Fehler

  • Pauschale Umleitung der alten Domain auf die Startseite. Funktioniert technisch, aber Google überträgt keine Ranking-Signale, weil die URL-zu-URL-Beziehung fehlt.
  • 302 statt 301. Eine 302-Weiterleitung signalisiert einen vorübergehenden Wechsel; für einen dauerhaften Domainumzug ist 301 die klare Wahl.
  • Alte Domain abgeschaltet, sobald die neue läuft. Die Weiterleitungssignale brechen ab und die Sichtbarkeit kann deutlich einbrechen.
  • Vergessen, Sitemap und interne Links zu aktualisieren.
  • Search-Console-Adressänderung ausgelassen.

Wenn der Umzug bereits fehlerhaft läuft

Schalten Sie die alte Domain nicht vorschnell ab und starten Sie keinen zweiten unkoordinierten Umzug. Arbeiten Sie stattdessen in dieser Reihenfolge:

  1. Erreichbarkeit wiederherstellen: Alte Domain, Zertifikat und Server müssen Anfragen wieder zuverlässig beantworten können.
  2. Weiterleitungen korrigieren: Jede wichtige alte URL erhält eine permanente 301-Weiterleitung auf das inhaltlich passende neue Ziel.
  3. Signale prüfen: Beide Domains in der Search Console bestätigen, Adressänderung kontrollieren und die neue Sitemap erneut einreichen.
  4. Wichtige Seiten testen: Startseite, Leistungen, Kontakt und Seiten mit bestehenden Backlinks einzeln auf Weiterleitung, Zielstatus und Inhalt prüfen.
  5. Entwicklung beobachten: Indexierungsbericht, Suchleistung und Server-Logs mehrere Wochen vergleichen, bevor weitere strukturelle Änderungen folgen.

Wenn die alte Domain nicht mehr kontrolliert wird, tausende URLs betroffen sind oder gleichzeitig Inhalte und Seitenstruktur verändert wurden, sollte die Zuordnung vor weiteren Änderungen fachlich geprüft werden.

Vor dem Umschalten prüfen

  1. Vollständige Liste aller alten und neuen URLs liegt vor.
  2. Jede wichtige alte URL besitzt genau ein fachlich passendes neues Ziel.
  3. Neue Domain, HTTPS, Inhalte und interne Links funktionieren vollständig.
  4. Permanente 301-Weiterleitungen wurden mit mehreren Seitentypen getestet.
  5. Beide Domains sind in der Search Console bestätigt und die neue Sitemap ist vorbereitet.
  6. Alte Domain, Zertifikat und Weiterleitungen bleiben mindestens ein Jahr aktiv.
  7. Zuständigkeit und Zeitpunkt für das Monitoring nach dem Umschalten sind geklärt.

Quellen & weiterführende Informationen

Veröffentlicht am 05. Mai 2026 · Marcel Pötschke

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