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Mitentwickelt von Marcel Pötschke

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Fünf Anzeichen, dass Ihre Webseite schlecht gebaut wurde

Manche Probleme einer Webseite sieht man nur, wenn man weiß, wo zu suchen ist. Diese fünf Indikatoren verraten ohne technisches Vorwissen, ob bei Ihnen Murks abgeliefert wurde.

Marcel Pötschke – Inhaber POETSCHKE IT

Marcel Pötschke

Freiberuflicher Webentwickler

03. Mai 2026·7 Min

In diesem Artikel

    Eine Webseite zu bewerten, ohne Code zu lesen, ist möglich. Manche Probleme sind so strukturell, dass sie sich an der Oberfläche zeigen — wenn man weiß, wo zu schauen ist. Dieser Beitrag listet fünf Anzeichen, die ohne technisches Vorwissen erkennbar sind. Wenn Sie zwei oder mehr davon bei sich finden, war Ihr Webdesigner entweder überfordert oder hat absichtlich gespart.

    Anzeichen 1 — Auf Mobil bricht alles auseinander

    Öffnen Sie Ihre Webseite auf dem Handy. Drehen Sie das Display ins Querformat. Klappen Sie das Burger-Menü auf, schließen Sie es wieder. Scrollen Sie durch alle Seiten.

    Was Sie nicht sehen sollten:

    • Inhalte, die rechts aus dem Bildschirm laufen (horizontaler Scroll auf einem Smartphone)
    • Buttons, die zu klein sind, um sie sicher zu treffen (unter 44 Pixel Höhe)
    • Bilder, die abgeschnitten oder zerquetscht sind
    • Menüs, die im Querformat plötzlich verschwinden oder sich überlappen

    Mobil-Optimierung war 2015 ein Premium-Feature. 2026 ist es Standard, nicht weil Designer es freiwillig machen, sondern weil Google seit Jahren mobil indexiert und nicht-mobile Seiten in den Rankings benachteiligt. Wenn Ihre Seite mobil bricht, war der Designer entweder vor 2015 ausgebildet — oder hat schlicht nicht ausreichend getestet.

    Anzeichen 2 — Inkonsistentes Design innerhalb der Seite

    Klicken Sie sich durch alle Hauptseiten Ihrer Webseite. Achten Sie auf:

    • Schriftgrößen, die plötzlich anders werden
    • Buttons in verschiedenen Stilen auf verschiedenen Seiten
    • Farben, die mal warm-grau und mal kalt-grau sind
    • Abstände zwischen Elementen, die mal eng und mal weit wirken
    • Bilder, die mal abgerundet und mal eckig sind

    Ein guter Designer arbeitet mit einem Design-System: festgelegte Größen, Farben, Abstände, die sich überall wiederholen. Eine Webseite ohne System wirkt zusammengeklickt, weil sie es ist — meistens das Resultat, wenn ein Page-Builder genutzt wurde, ohne dass jemand vorher Komponenten definiert hat.

    Anzeichen 3 — SSL-Fehler oder fehlende Sicherheits-Header

    Schauen Sie in der Browser-Adresszeile auf das Schloss-Symbol. Wenn dort ein durchgestrichenes Schloss steht oder eine Warnung „Nicht sicher“ erscheint, ist Ihre Webseite ohne HTTPS oder mit defektem Zertifikat unterwegs. Das ist 2026 unentschuldbar — kostenlose Zertifikate (Let’s Encrypt) sind seit 2016 verfügbar und werden bei jedem ernsthaften Hoster automatisch installiert.

    Eine Stufe subtiler: gehen Sie auf securityheaders.com, geben Sie Ihre Domain ein. Wenn Sie eine Bewertung schlechter als B bekommen, fehlen wichtige Header (Strict-Transport-Security, Content-Security-Policy, X-Frame-Options). Das macht Ihre Seite anfälliger für Angriffe wie Clickjacking oder Cross-Site-Scripting — alles, was ein professioneller Designer in fünf Minuten korrekt aufsetzen kann.

    Sie erkennen zwei oder mehr Punkte bei Ihrer Seite?

    Ich schaue mir Ihre Bestandsseite an und sage Ihnen klar: Reparatur oder Neubau? Was kostet was, was bringt was. Keine Verkaufsmasche — eine ehrliche zweite Meinung.

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    Anzeichen 4 — Eine Seite mit 25+ aktiven Plugins

    Bei WordPress lässt sich das im Admin-Bereich unter „Plugins“ prüfen. Bei anderen Systemen fragen Sie Ihren Designer.

    Eine schlanke kleine Geschäfts-Webseite kommt mit 5–10 Plugins aus: SEO, Caching, Backup, Formular, Cookie-Consent und ein paar Spezialfunktionen. Wenn Sie 25, 35 oder 50 Plugins finden, hat jemand bei jeder Anforderung das nächste Plugin installiert, statt zu prüfen, ob die Anforderung wirklich neu ist.

    Konsequenzen:

    • Jedes Plugin lädt zusätzlichen JavaScript- und CSS-Code in Ihre Seite — das schlägt sich direkt im INP-Wert nieder
    • Mehr Angriffsfläche: 90 Prozent aller WordPress-Hacks gehen über veraltete Plugins
    • Updates werden zur Belastung, viele Plugins werden nie aktualisiert

    Plugins sind nicht per se schlecht. Aber Plugin-Wildwuchs ist ein verlässliches Anzeichen für planloses Bauen.

    Anzeichen 5 — Keine Updates, keine Backups, kein Wartungsvertrag

    Fragen Sie Ihren Webdesigner: „Wann war das letzte Update? Wie oft werden Backups gemacht? Was kostet Wartung?“

    Wenn die Antwort lautet:

    • „Updates? Brauchen Sie nicht.“
    • „Backups macht der Hoster“ (ohne weitere Details)
    • „Wartung biete ich nicht an“

    — dann ist Ihre Webseite eine tickende Zeitbombe. WordPress-Core, Themes und Plugins haben Sicherheitsupdates, die regelmäßig verteilt werden müssen. Backups beim Hoster sind oft nur 7 Tage rückwirkend — wenn ein Hack 14 Tage unbemerkt läuft, sind alle Backups bereits infiziert (mehr im Backup-Beitrag).

    Eine professionelle Webseite hat einen Wartungsvertrag oder eine klare Update-Strategie. Beides muss nicht teuer sein (oft 50–150 € im Monat für eine kleine Seite), aber gar nicht zu existieren ist Fahrlässigkeit.

    Was tun, wenn Sie zwei oder mehr Punkte erkennen

    Erstmal: nicht panisch werden. Eine schlecht gebaute Webseite ist meistens reparierbar, ohne sie komplett neu zu bauen. Die meisten Probleme sind Konfiguration, kein fundamentaler Architektur-Fehler.

    Empfohlene Reihenfolge:

    • SSL und Sicherheits-Header sofort fixen — Quickwin, oft eine Stunde Aufwand
    • Mobile Probleme analysieren — meist gehen sie mit gezielten CSS-Korrekturen
    • Plugin-Inventar aufräumen, ungenutzte deinstallieren
    • Wartungsvertrag aufsetzen (wenn gar keiner existiert)
    • Design-System nachträglich definieren — länger, aber lohnt sich, wenn Sie weiter mit der Seite arbeiten

    Wenn vier oder mehr Punkte zutreffen, ist Neubau fast immer billiger als Reparatur — und schneller, als die akkumulierten Probleme nachträglich heraus zu operieren.